Der erste Arbeitstag in einem kleinen Betrieb sieht häufig so aus: Die Inhaberin ist auf einer Baustelle, der Schlüssel liegt beim Nachbarn, der Computer hat noch das Passwort des Vorgängers. Niemand will das so, aber niemand hat die Zeit gefunden, es anders zu organisieren. Ein Onboarding-Plan ist der Versuch, diese Zeit einmal zu investieren, damit sie bei jeder weiteren Anstellung gespart wird.
Drei Zeiträume, drei Fragen
Wir teilen die ersten 90 Tage in drei Abschnitte. Die erste Woche beantwortet die Frage: Kann die Person arbeiten? Arbeitsplatz, Zugänge, Kleidung, Werkzeug, Vorstellung im Team, Rundgang, ein erster kleiner Auftrag. Die ersten sechs Wochen beantworten: Versteht sie, wie der Betrieb funktioniert? Wer entscheidet was, wie laufen Offerten, Rapporte, Ferienanträge, was passiert bei einem Fehler. Die Zeit bis zum Tag 90 beantwortet: Passt es für beide Seiten? Das ist das Gespräch am Ende der Probezeit, auf das sich beide vorbereiten sollten.
Was in den Plan gehört
Für jeden Abschnitt eine Liste von Themen, und für jedes Thema eine Person, die es einführt, und ein ungefährer Zeitpunkt. Dazu die Götti- oder Gotte-Regelung: eine erfahrene Kollegin, die in den ersten Wochen die Fragen beantwortet, die man dem Chef nicht stellen will. Und drei Check-in-Termine mit der Inhaberin – nach zwei, sechs und zwölf Wochen –, mit je drei Fragen, die im Plan stehen, damit das Gespräch nicht ausfällt, wenn gerade viel los ist.
Was nicht in den Plan gehört
Der Plan ist kein Schulungsprogramm und kein Ersatz für die Berufsbildung. Fachliche Ausbildung – wie eine Maschine bedient wird, wie ein Rapport im System erfasst wird – gehört in eigene Unterlagen oder in die Einführung durch die Fachperson. Der Plan sagt nur, wann und durch wen sie stattfindet. Ebenso wenig gehören Zielvorgaben hinein: In den ersten 90 Tagen soll jemand ankommen, nicht Leistung beweisen.
Der Workshop
In rund drei Stunden gehen wir mit der Inhaberin und der Person, die den Alltag begleitet, die drei Abschnitte durch. Wir fragen, was beim letzten Eintritt schiefging, und schreiben die Antworten direkt in den Plan. Innerhalb von zwei Wochen erhalten Sie den fertigen Plan, die Checkliste für die erste Woche und ein Feedback-Formular für den Tag 90. Beim nächsten Eintritt ändern Sie Namen, Datum und ein paar Themen – mehr nicht.
Ob eine Person bleibt, hängt von vielem ab, das kein Plan beeinflusst. Was der Plan leistet, ist bescheidener und trotzdem viel: dass niemand mehr am ersten Tag vor einer verschlossenen Tür steht.
Dieser Beitrag ist ein Platzhalter und beschreibt unsere Arbeitsweise. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Zur Leistung: Onboarding-Plan.
